Niemand googelt Ihr Produkt. Wie Kunden es trotzdem finden.

Die Kurzantwort

Wenn niemand den Namen Ihres Produkts oder Ihrer Leistung kennt, hilft kein Suchbegriff. Ihre Kunden beschreiben dann ihr Problem, immer häufiger nicht bei Google, sondern bei ChatGPT, Gemini oder in der KI-Suche von Google. Gefunden wird, wer dieses Problem auf seiner Website in den Worten des Kunden beantwortet. Das ist mehr Arbeit als eine Produktseite, aber es ist der einzige Weg zu Kunden, die noch nicht wissen, wonach sie suchen.

Woran Sie erkennen, dass Ihre Leistung erklärungsbedürftig ist

  • Interessenten fragen im ersten Gespräch: „Gibt es dafür überhaupt etwas?“
  • Für Ihre Produktkategorie zeigen die Suchwerkzeuge fast keine Suchen pro Monat, obwohl Sie Kunden haben.
  • Sie erklären am Telefon regelmäßig, was Ihr Produkt nicht ist, bevor Sie sagen, was es ist.
  • Wettbewerber mit großem Budget belegen den Fachbegriff, Sie bekommen trotzdem Anfragen von Kunden, die ihn nie eingegeben haben.

Ein Beispiel aus unserem eigenen Unternehmen

Unsere eigene Software LiteLog gehört in eine Kategorie, die „Rundgang- und Anwesenheitskontrolle“ heißt. Kein Objektleiter sucht sie. Was er stattdessen hat, ist ein Objekt mit Reinigungskräften, Hausmeistern und Sicherheitsmitarbeitern, und die ganze Abstimmung läuft über WhatsApp. Jemand meldet eine kaputte Tür, die Nachricht geht in einer Gruppe unter, und am Ende weiß niemand, wer zuständig war und ob es erledigt wurde.

Seine Frage lautet deshalb nicht „Anwesenheitskontrolle Software“, sondern: „Wie verteile ich spontane Aufgaben zur richtigen Person, wenn alles über WhatsApp läuft?“ Diese Frage stellt er ChatGPT oder der KI-Suche von Google. Und in der Antwort wird LiteLog genannt, weil es auf litelog.de eine Seite gibt, die genau diese Frage beantwortet: wie Aufgaben bei der richtigen Person ankommen, wie der Nachweis entsteht, was mit WhatsApp danach passiert. Nicht weil dort das Wort „Anwesenheitserfassung“ oft genug steht.

Warum Google allein hier nicht reicht

Google zeigt Treffer zu Suchbegriffen. Für die Frage aus dem Beispiel gibt es keinen eingespielten Suchbegriff, also auch keine Trefferliste, auf der man vorn stehen könnte. Die Suchwerkzeuge zeigen null Suchen pro Monat. Viele Unternehmen schließen daraus, dass es diese Nachfrage nicht gibt. Sie gibt es, sie läuft nur über Fragen in ganzen Sätzen, und die landen zunehmend bei KI-Systemen. Dort gibt es keine Trefferliste, sondern zwei oder drei genannte Anbieter. Wer nicht genannt wird, existiert für diesen Kunden nicht.

Was Sie konkret tun können

  1. Fragen sammeln, nicht Suchbegriffe. Aus Kundengesprächen, Support-Anfragen und Ausschreibungen: Wie beschreiben Kunden ihr Problem, bevor sie Ihr Produkt kennen? Zehn bis zwanzig solcher Sätze reichen für den Anfang.
  2. Eine Seite je Frage. Jede Frage bekommt eine eigene Seite mit klarer Antwort, Ablauf, Belegen und dem Bezug zu Ihrer Leistung. Ein Absatz pro Gedanke, damit eine KI ihn einzeln zitieren kann.
  3. Überall dieselbe Beschreibung. Wer Sie sind und was Sie für wen tun, muss auf der Website, im Google-Unternehmensprofil und in Verzeichnissen gleich lauten. Widersprüche machen KI-Systeme vorsichtig.
  4. Website für KI-Systeme lesbar machen. Viele Websites sind für ChatGPT und Co. unbemerkt gesperrt. Das lässt sich in wenigen Minuten prüfen.
  5. Monatlich dieselben Fragen stellen. Ob Sie genannt werden, lässt sich messen: dieselben Fragen, dieselben Systeme, jeden Monat protokolliert.

Wofür das nicht gilt

Wenn Ihre Kunden genau wissen, was sie suchen, und es einen etablierten Suchbegriff gibt, bleibt die klassische Google-Suche der wichtigere Weg. Ein Sicherheitsdienst in Erfurt wird weiter über „Sicherheitsdienst Erfurt“ und den Kartenbereich gefunden. Die Arbeit an den Fragen Ihrer Kunden ergänzt das, sie ersetzt es nicht.

Wie es weitergeht

Die Methode mit einer Seite für jede Frage, die Ihre Kunden stellen, beschreiben wir unter B2B SEO, die Messung in KI-Antworten als Zusatzmodul KI-Sichtbarkeit. Den ganzen Weg bei LiteLog erzählen wir im Fall LiteLog: wenn Käufer ihr Problem beschreiben, nicht das Produkt. Ob KI-Systeme Ihr Unternehmen heute kennen, prüfen wir in der kostenlosen Sichtbarkeits-Analyse.

Geschrieben von Jan Bamesberger — Gründer, IQONEX GmbH, Erfurt.

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