Unternehmen wird bei Google und ChatGPT verwechselt: Was tun?

Ein Kunde ruft an und fragt nach einem Angebot, das Sie nie gemacht haben. Eine Bewertung beschwert sich über eine Baustelle, die nicht Ihre war. ChatGPT beschreibt Ihre Firma mit der Adresse eines anderen Unternehmens. Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, werden Sie verwechselt. Das passiert öfter, als man denkt, und es kostet Anfragen, ohne dass man es merkt. Dieser Ratgeber erklärt, woran Sie es erkennen, warum es passiert und was Sie selbst tun können.

Die Kurzantwort

Google und die KI verwechseln Unternehmen, wenn die Daten über sie unklar oder widersprüchlich sind. Die Lösung ist dieselbe wie bei jeder Verwechslung: klar sagen, wer Sie sind und wer nicht. Überall gleich. Fünf Schritte dafür stehen unten, die meisten können Sie selbst gehen.

Woran Sie merken, dass Sie verwechselt werden

  • Bei der Suche nach Ihrem Firmennamen erscheint ein anderes Unternehmen zuerst, oder Google zeigt dessen Karten-Eintrag.
  • Sie bekommen Anrufe, Bewertungen oder Rechnungsfragen, die zu einer anderen Firma gehören.
  • ChatGPT, Gemini oder Perplexity beschreiben Sie mit falscher Adresse, falscher Branche oder falschen Leistungen.
  • Kunden sagen: „Ich dachte, Sie sind die aus Dresden“ oder „Sie gehören doch zu dem großen Anbieter“.
  • In Verzeichnissen steht Ihr Name mit fremder Telefonnummer, oder umgekehrt.

Warum das passiert

Google und die KI-Systeme kennen Ihr Unternehmen nicht persönlich. Sie bauen aus vielen Quellen ein Bild: Ihr Google-Unternehmensprofil, Branchenverzeichnisse, Ihre Website, Bewertungsportale, Presse, soziale Netzwerke. Wenn zwei Unternehmen ähnlich heißen und die Quellen nicht klar trennen, verschmelzen die Bilder. Das trifft nicht nur kleine Firmen, die wie ein Konzern heißen. Es trifft genauso den Malerbetrieb Müller in Erfurt, wenn es einen Malerbetrieb Müller in Dresden gibt, oder die Firma, die zufällig so heißt wie ein Produkt. Je dünner Ihre eigenen Daten im Netz, desto eher gewinnt das Bild des anderen.

Fünf Schritte, die Sie selbst gehen können

  1. Suchen Sie sich selbst, wie ein Kunde es tut. Firmenname bei Google, Firmenname plus Stadt, Firmenname in Google Maps, dann dieselben Fragen an ChatGPT: „Was macht die Firma X?“, „Wo sitzt X?“. Schreiben Sie auf, was falsch ist und welches Unternehmen stattdessen erscheint.
  2. Google-Unternehmensprofil vollständig machen. Richtiger Name ohne Zusätze, richtige Kategorie, Adresse, Telefon, Website, Leistungen, Öffnungszeiten, Fotos vom Gebäude. Das Profil ist die wichtigste einzelne Quelle. Wenn es dünn ist, füllt Google die Lücke mit dem Nachbarn.
  3. Verzeichnisse auf einen Stand bringen. Gelbe Seiten, Das Örtliche, Cylex, meinestadt, branchenspezifische Portale: überall exakt dieselbe Schreibweise, dieselbe Adresse, dieselbe Nummer. Einträge, die nicht Ihre sind, melden.
  4. Auf der Website sagen, wer Sie sind und wer nicht. Eine Über-uns-Seite mit Gründungsjahr, Ort, Inhaber, Leistungen. Ein Satz, der die Abgrenzung klar macht: „Wir sind der Malerbetrieb Müller aus Erfurt, nicht verbunden mit dem gleichnamigen Betrieb in Dresden.“ Dazu maschinenlesbare Angaben zu Ihrem Unternehmen, damit Google sie auslesen kann. Das kann Ihr Webentwickler einbauen.
  5. Bewertungen sammeln. Echte Bewertungen von echten Kunden, regelmäßig, mit Ortsbezug im Text. Sie sind der stärkste Beleg dafür, welches Unternehmen hier gemeint ist, und sie verdrängen die Bewertungen, die zum anderen gehören.

Wann es ohne Hilfe schwer wird

Wenn der andere deutlich größer ist, deutlich mehr Erwähnungen hat oder schon in KI-Antworten als „die Firma X“ gilt, reichen die fünf Schritte oft nicht. Dann braucht es gezielte Abgrenzung in Texten und Kategorien, eine laufende Überwachung neuer Erwähnungen und einen Plan für Bewertungen. Das ist Online-Reputationsmanagement: Wir prüfen, wie Google und die KI Sie heute zeigen, stellen die Quellen richtig und melden innerhalb eines Werktags, wenn unter Ihrem Namen etwas Neues auftaucht.

Ein Beispiel aus Erfurt

Der Sicherheitsdienst Sekuris wurde in Suchergebnissen und KI-Antworten regelmäßig mit Securitas vermischt, regionale Anfragen kamen nicht an. Nach klarer Abgrenzung, sauberen Daten in allen Quellen und einem regionalen Fokus wird Sekuris heute als eigenständiger Anbieter gefunden, bei Suchen wie „Sicherheitsfirma Erfurt“ und in KI-Antworten unter den ersten Empfehlungen. Der ganze Fall.

Was nicht hilft

Den eigenen Namen mit Zusätzen vollzustopfen („Müller Malerbetrieb Erfurt Thüringen Fassade“) schadet dem Google-Profil und kann zur Sperrung führen. Den anderen Betrieb anzuschreiben hilft selten. Und darauf warten, dass Google es von selbst merkt, hilft nie.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis die Verwechslung weg ist?

Google-Unternehmensprofil und Verzeichnisse wirken nach Wochen, KI-Antworten brauchen meist einige Monate, weil die Modelle ihre Quellen nicht täglich neu lesen. Ganz verschwindet eine Verwechslung selten, sie wird messbar weniger.

Kann ich Google oder ChatGPT einfach eine Korrektur schicken?

Bei Google können Sie Änderungen am Karten-Eintrag vorschlagen. Bei ChatGPT und Co. gibt es keinen Korrekturweg, nur die Quellen, aus denen die Antwort entsteht.

Lohnt sich eine Namensänderung?

Nur im Ausnahmefall. Eine Namensänderung kostet Bekanntheit, Bewertungen und Verlinkungen. Fast immer ist die Abgrenzung der bessere Weg.

Geschrieben von Jan Bamesberger — Gründer, IQONEX GmbH, Erfurt.

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