Ist SEO tot? Was KI-Antworten wirklich ändern
Seit ChatGPT, Perplexity und die KI-Antworten von Google Fragen direkt beantworten, hören wir in fast jedem Erstgespräch dieselbe Frage: Lohnt sich SEO überhaupt noch? Die kurze Antwort ist ja, aber nicht mehr für alles. Dieser Ratgeber erklärt, welche Suchen zur KI wandern, welche bei Google bleiben und was das für Unternehmen mit Firmenkunden bedeutet.
Die Kurzantwort
SEO ist nicht tot, aber es hat sich verändert. Reine Wissensfragen beantwortet heute oft die KI, ohne dass jemand eine Website besucht. Suchen nach einem Anbieter mit Ort bleiben dagegen bei Google, im Kartenbereich und in der Trefferliste. Und die KI-Systeme holen ihre Antworten selbst aus den Seiten, die in der normalen Suche gut stehen. Wer kein SEO macht, kommt deshalb auch in den KI-Antworten nicht vor.
Welche Suchen zur KI wandern
Zur KI wandern vor allem Fragen, auf die es eine allgemeine Antwort gibt: „Was ist ein Revierdienst?“, „Welche Pflichten hat ein Arbeitgeber bei der Arbeitszeiterfassung?“, „Was ist der Unterschied zwischen Unterhalts- und Grundreinigung?“. Früher hat ein Ratgeber-Artikel auf solche Fragen viele Besucher gebracht, die selten Kunden wurden. Heute bekommen diese Leser ihre Antwort in der KI-Übersicht und klicken seltener. Für Unternehmen mit Firmenkunden ist das weniger schlimm, als es klingt, denn diese Besucher haben ohnehin selten angefragt.
Welche Suchen bei Google bleiben
Bei Google bleiben die Suchen kurz vor einem Auftrag: „Sicherheitsdienst Erfurt“, „Gebäudereinigung für Arztpraxis Jena“, „Schweißfachbetrieb Thüringen Edelstahl“. Hier zeigt Google meist den Kartenbereich mit drei Unternehmen und darunter die Trefferliste. Wer dort steht, bekommt den Anruf. An diesen Suchen hat sich durch KI am wenigsten geändert, und genau sie bringen die Anfragen.
Was dazwischen liegt: die Auswahlfrage
Neu ist eine dritte Art von Suche: die Auswahlfrage. „Welche Sicherheitsfirma in Erfurt ist für ein Logistiklager geeignet?“ oder „Welche SEO-Agentur in Thüringen arbeitet mit Industriekunden?“. Solche Fragen stellen Einkäufer zunehmend ChatGPT, Perplexity oder der KI-Übersicht von Google. Die KI nennt dann drei bis fünf Unternehmen, und die übrigen kommen gar nicht erst auf die Liste. Für diese Fragen reicht klassisches SEO allein nicht. Es braucht zusätzlich Seiten, die Ihre Leistung so konkret beschreiben, dass die KI sie zitieren kann, und Erwähnungen außerhalb Ihrer eigenen Website.
Warum die KI ohne SEO nicht funktioniert
ChatGPT und Perplexity suchen bei einer Frage selbst im Netz, ChatGPT dafür über den Index von Bing, und lesen die Seiten, die dort oben stehen. Die KI-Übersicht von Google zitiert Seiten, die Google indexiert hat und für relevant hält. Was keine Suchmaschine findet, kann keine KI zitieren. Deshalb bauen KI-Sichtbarkeit und SEO aufeinander auf: SEO sorgt dafür, dass Ihre Seiten gefunden und verstanden werden, KI-Sichtbarkeit sorgt dafür, dass sie in Antworten genannt werden. Mehr dazu im Ratgeber Google AI Overviews: Wer dort genannt wird.
Was sich für Ihre Website ändert
- Weniger allgemeine Ratgeber, mehr konkrete Seiten: Eine Seite je Leistung und je Frage, die Kunden vor einem Auftrag stellen, bringt mehr als zehn Artikel zu allgemeinen Begriffen.
- Antwort zuerst: Jeder Abschnitt beginnt mit der Antwort auf seine Überschrift. So lesen Menschen und KI-Systeme gleichermaßen.
- Eigene Fakten: Zahlen, Fälle und Erfahrungen, die es nur bei Ihnen gibt, machen eine Seite zitierwürdig.
- Der Kartenbereich wird wichtiger: Bei Suchen mit Ort zeigt Google meist die Karte statt einer KI-Antwort. Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil ist deshalb einer der stabilsten Kanäle. Wie das geht, steht im Ratgeber Google-Maps-Ranking verbessern.
- Erwähnungen zählen mehr: Verzeichnisse, Verbände, Fachmedien und Partner, die über Sie schreiben, stärken das Bild, das Google und die KI von Ihrem Unternehmen haben.
Ein Beispiel aus unserem eigenen Unternehmen
Unsere Software LiteLog für Rundgang- und Anwesenheitskontrolle hat ein typisches Problem erklärungsbedürftiger Produkte: Kaum jemand sucht nach dem Produktbegriff. Gefunden wird LiteLog über Seiten, die das Problem der Käufer beschreiben, also wie ein Wachdienst seine Kontrollgänge nachweist oder wie eine Reinigungsfirma Anwesenheit dokumentiert. Die Anfragen kommen von Firmen, die ihr Problem bei Google oder in einer KI beschrieben haben, nie aber nach dem Produktnamen gesucht hätten. Der ganze Fall steht unter LiteLog: wenn Käufer ihr Problem beschreiben.
Für wen sich SEO weniger lohnt
SEO lohnt sich weniger, wenn niemand nach Ihrer Leistung sucht und Sie das auch nicht ändern können, wenn Ihr Geschäft nur wenige Wochen im Jahr läuft oder wenn Ihre Kunden aus einer Laune heraus kaufen, wie bei vielen Produkten in sozialen Netzwerken. Für Unternehmen, die an andere Unternehmen verkaufen, mit langen Entscheidungen und Auftraggebern, die vorher vergleichen, gilt das selten. Wie lange es dauert, bis SEO wirkt, erklärt der Ratgeber Wie lange dauert SEO?.
So gehen Sie vor
Stellen Sie die drei Fragen, die Ihre Kunden vor einem Auftrag stellen, einmal bei Google, einmal in ChatGPT und einmal in Perplexity. Notieren Sie, wer genannt wird und mit welchen Quellen. Daran sehen Sie, ob Ihnen klassisches SEO fehlt, die Erwähnung in KI-Antworten oder beides. Den Rahmen dafür bieten B2B SEO für die Suchen Ihrer Firmenkunden und KI-Sichtbarkeit als Zusatzmodul für die Nennung in ChatGPT, Gemini und Perplexity.
Häufige Fragen
Wird Google durch ChatGPT ersetzt?
Nicht in absehbarer Zeit. Google verarbeitet weiterhin ein Vielfaches der Anfragen von ChatGPT, und bei Suchen nach einem Anbieter vor Ort ist Google mit dem Kartenbereich klar vorn. Beide werden nebeneinander genutzt, oft von denselben Menschen für unterschiedliche Fragen.
Lohnt sich ein Blog noch?
Ja, wenn er Fragen beantwortet, die Ihre Kunden vor einem Auftrag stellen, und eigene Erfahrung zeigt. Allgemeine Artikel, die überall gleich klingen, lohnen sich kaum noch.
Was ist GEO?
GEO steht für Generative Engine Optimization, also die Optimierung für KI-Antworten. Gemeint ist im Kern dasselbe wie KI-Sichtbarkeit: dafür sorgen, dass ChatGPT, Gemini und Perplexity Ihr Unternehmen kennen und nennen.